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Mathematik

Die Mathematik gilt als die Wissenschaft von den Mustern. Das Wort "Muster" kommt von lat. monstrare = zeigen. Damit ist die Mathematik die Wissenschaft von dem, was uns gezeigt wird.

Wir betrachten Phänomene und beobachten dabei Muster. Ein Beispiel dafür ist der Umstand, dass ein Objekt, das losgelassen wird, sich in Richtung Erdmittelpunkt bewegt, bis das Objekt durch ein Hindernis, wie einen Tisch oder einen Fußboden, in dieser Bewegung gestoppt wird. Dieses Muster wurde das Schwerkraftgesetz genannt. Die Natur kommuniziert mit uns über solche Muster. Mathematik kann als das „Interface“ zwischen der physischen Welt der Natur und der nicht-physischen Welt des menschlichen Geistes verstanden werden.

Was ist Mathematik?

Das Wort Mathematik leitet sich ab vom griechischen Wort mathema = das Gelernte, Wissen und weiter von manthanein = lernen. Daher hat Mathematik ursprünglich alle systematischen Sammlungen von Wissen bezeichnet, d.h. alle Arten von Wissenschaften (engl. science von lat. scientia = Wissen übersetzt in grch. mathema gibt engl. mathematics).

Unter Verwendung der Begriffe der Informationstechnologie gibt es im Zusammenhang mit der Natur zwei Arten von Wissen: (1) die Programmiersprache, in der die Natur „geschrieben“ ist und (2) den Programmcode der Natur.

Indem wir versuchen, den „Code“ der Natur zu „entschlüsseln“ (engl. „reverse engineer“), wollen wir sowohl den Programmcode wie auch die Programmiersprache der Natur entdecken und verstehen. Während früher beides als Mathematik bezeichnet wurde, wird Mathematik heute nur noch für die abstrakte Form des Wissens (die Programmiersprache der Natur) verwendet. Das Studium der materiellen Form des Wissens (den „fest-verdrahteten“ Programmcode der Natur) nennt man heute Naturwissenschaft. Diese wurde weiter aufgeteilt in Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie, usw.

In der Schule betrachtet man im Fach "Mathematik" Muster von Zahlen, geometrischen Objekten, Variablen, Formeln usw. und studiert und trainiert die dafür geltenden (Rechen)Gesetze. Die Natur hat allerdings sehr viel mehr an Mustern zu bieten als das.

Es gibt "überschaubare" Muster, die wir verstehen und in der in der Mathematik üblichen Formalsprache hinschreiben können. Die Naturwissenschaften wie die Physik und die Chemie befassen sich damit. Muster, die im üblichen Sinne "lebende" Objekte wie Pflanzen, Tiere und Menschen betreffen, sind schon weniger leicht erfass- und verstehbar. Man denke an die Verhaltensmuster von Menschen, mit denen sich z.B. die Psychologie befasst.

Es gibt aber auch viele Muster, die räumliche und zeitliche Dimensionen haben, die für uns Menschen nicht mehr überschaubar sind. Dazu gehören Muster, die sich aus den Positionen der Sterne am Himmel zum Geburtszeitpunkt ergeben. Dazu gehört das durch Zahlen ausgedrückte Geburtsdatum. Dazu gehören die Linien in einer Hand. Die Astrologen, Numerologen und Handleser studieren die Zusammenhänge zwischen diesen Objekten und den damit verbundenen Menschen. Das dabei in Jahrtausenden erforschte Wissen steht heute aus diversen Gründen außerhalb des Gebäudes der Wissenschaft. Es sind das jedoch Muster der Natur und daher im strengen Wortsinn potenzielle Studienobjekte für die "Wissenschaft von den Mustern", d.h. die Mathematik.

Daher waren früher viele Naturwissenschafter auch gleichzeitig Mathematiker, Philosophen, Astrologen und anderes mehr.